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16.11.2018

Rede Verleihung des Hannelore-Greve-Literaturpreises

Bild: Jan Pries / Senatskanzlei Hamburg

Sehr geehrte Ehrenbürgerin Frau Professorin Hannelore Greve,
sehr geehrte Frau Eva-Maria Greve,
sehr geehrte Preisträgerin Frau Dr. Hahn,
sehr geehrter Herr Erzbischof Dr. Thissen,
sehr geehrte Frau Witt,
sehr geehrte Frau Doyenne,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

herzlich willkommen im Hamburger Rathaus zur Verleihung des achten Hannelore-Greve-Literaturpreises und herzlichen Dank, Frau Mari Kodama, für die wunderbare musikalische Einstimmung.

Hannelore Greve und ihr verstorbener Ehemann und Ehrenbürger Helmut Greve haben sich auf vielfältige Weise um unsere Stadt verdient gemacht.

Sie haben viele Bauwerke, wissenschaftliche und kulturelle Einrichtungen und Projekte gefördert.

Hierzu gehört auch der Hannelore-Greve-Literaturpreis, der die Bedeutung und die Strahlkraft der Literatur in Hamburg gestärkt und das Profil unserer Stadt als Kulturmetropole geschärft hat.

Seit der ersten Preisverleihung an Siegfried Lenz im Jahre 2004 hat der Hannelore-Greve-Literaturpreis im deutschsprachigen Raum ein sehr guten Ruf erworben.

Dazu haben die außergewöhnlichen Preisträgerinnen und Preisträger beigetragen, wie zuletzt Herta Müller und Hanns-Josef Ortheil.

Der Hannelore-Greve-Literaturpreis ehrt in diesem Jahr mit Ulla Hahn eine Autorin, die - so die Begründung der Jury - in der Lyrik wie in der Prosa bedeutende Werke geschaffen hat. Die Jury zählt sie zu den wichtigsten Lyrikern der Gegenwart.

In Ulla Hahns Romanen spiegelt sich die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland mit einschneidenden Ereignissen wie dem Deutschen Herbst und dem Aufbruch der 68er-Bewegung wider.

Ihr etwa 2.500 Seiten umfassender Romanzyklus kreist um die wissbegierige Hilla Palm, die unter schwierigen Bedingungen während der Adenauerzeit in einer rheinischen Arbeiterfamilie aufwächst.

Die während eines Zeitraums von 17 Jahren erschienenen vier Romane verweben die persönliche Entwicklung der Protagonistin mit der deutschen Zeitgeschichte.

Als Zeitzeugin besitzt die Autorin Ulla Hahn dabei eine besondere Glaubwürdigkeit. Sie ist 1945 im Sauerland geboren, hat Germanistik, Geschichte und Soziologie studiert.

In einem bewegten literarischen und zuweilen auch politischen Leben hat sie ihren Weg über verschiedene Stationen in den Norden und zu uns nach Hamburg gefunden, wo sie seit vielen Jahren lebt.

Ulla Hahn ist mit ihrem literarischen Schaffen zu einer der bedeutendsten deutschen Schriftstellerinnen der Gegenwart geworden.

Die Liste der Auszeichnungen und Ehrungen für ihre Arbeit ist lang und wird heute um den Hannelore Greve-Literaturpreis ergänzt.

Diese künstlerische Lebensleistung wird Herr Erzbischof em. Dr. Werner Thiessen als Laudator gleich noch einmal besonders würdigen.

Von meiner Seite, sehr geehrte Frau Hahn, noch eine persönliche Bemerkung. Es gibt viele interessante und nachdenkenswerte Zitate von Ihnen über die Sprache, das Schreiben, über Gedichte und ihre Wirkung auf Leserinnen und Leser.

Ich habe ein Zitat gefunden von Ihnen, das Sie mit dem Senat verbindet. Das sich auf etwas bezieht, das für uns in Hamburg einen hohen Stellenwert hat, dem wir in vielen Bereichen gerecht werden und das wir fördern wollen:

  • in der Kindertagesbetreuung,
  • mit den Schulen und Hochschulen,
  • in der beruflichen Bildung,
  • bei der Integration von Flüchtlingen,
  • in der Stadtteilkultur,
  • der Seniorenpolitik,
  • der Kinder- und Jugendarbeit
  • und in vielen anderen Feldern.

Es geht um den Stellenwert des Lernens und der Bildung, den sie in einem Interview in einem persönlichen Bekenntnis auf eine anschauliche und besondere Art zum Ausdruck bringen, indem Sie sagen:

"Bis heute liebe ich es zu lernen. Für mich ist Lernen im Grunde Leben. Wer damit aufhört, ist fast tot. Und natürlich glaube ich daran, dass Lernen Menschen verändern kann.

Bildung bedeutet mehr als gesellschaftlicher Aufstieg und materielle Sicherheit. Sie verändert in einem tieferen Sinne, schenkt Menschen eine innere Unabhängigkeit, die auch unter widrigen Bedingungen eine Stütze sein kann."

Sehr geehrte Frau Dr. Hahn,

vielen Dank für Ihre Arbeit.

Im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg gratuliere ich Ihnen sehr herzlich zum Hannelore-Greve-Literaturpreis 2018.

Vielen Dank.

Es gilt das gesprochene Wort.