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05.11.2018

Grußwort Verleihung des 1. Hanse-Preises an EU-Kommissarin Malmström

Bild: Jan Pries / Senatskanzlei Hamburg

Sehr geehrte Frau Kommissarin,
sehr geehrte Herr Dr. Schmitz,
sehr geehrte Mitglieder des Vorstands des Hansevereins und der Jury,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Hanse-Preis wird in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben und soll "Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens" auszeichnen, die sich im besonderen Maße eingesetzt haben für

  • die Förderung und Aufrechterhaltung der Freiheit des Geistes,
  • den Freihandel,
  • den Frieden und die Verständigung unter den Völkern und Nationen
  • und den Prozess der Europäischen Einigung.

Die Jury des Hanse-Vereins hat beschlossen, Cecilia Malmström als Stimme Europas für Freihandel und faire multilaterale Beziehungen mit diesem Preis auszuzeichnen.

Herzlichen Glückwunsch, Frau Malmström, zu dieser Auszeichnung, deren Gründe unser langjähriger Hamburger Senator Thomas Mirow gleich in seiner Laudatio darlegt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hamburg führt in seinem Namen den Zusatz "Freie und Hansestadt" nicht nur aus nostalgischen oder traditionellen Gründen.

Das Grundprinzip des Städtebundes, der im Mittelalter von Lissabon bis Nowgorod reichte und über Jahrhunderte Wirtschaft, Handel und Politik an Nord- und Ostsee geprägt hat, ist bis heute aktuell.

Es besteht darin, einheitliche Märkte zu schaffen mit gleichen Regeln für alle Marktteilnehmer. Freier Handel und Warenaustausch sind die Grundlage für produktive Wirtschaft, Wertschöpfung und Wohlstand.

Sie erfordern aber auch den Schutz und die Sicherheit der Marktteilnehmer. Im Notfall unterstützte deshalb die Hanse ihre Kaufleute zum Beispiel im Kampf gegen Piraten.

Hamburg hat der Idee der Hanse den Grundsatz des sogenannten Ehrbaren Kaufmanns hinzugefügt.

Er besagt, dass es in Handels- und Geschäftsbeziehungen nicht nur um den eigenen kurzfristigen Gewinn geht, sondern um langfristiges Vertrauen und Verlässlichkeit, um die Beachtung des Grundsatzes von Treu und Glauben und die Belange des Gemeinwohls.

Altmodisch kann man dies mit dem Begriff "Ehrbar" beschreiben, in einer modernen, globalen Wirtschaftswelt vielleicht mit dem Begriff "Fair Trade".

Es geht jedenfalls darum, dem Handelspartner auf Augenhöhe zu begegnen, auch seine Interessen und Belange zu beachten, ihn als Partner zu behandeln, nicht als Gegner oder gar als Feind.

Freie und stabile Handelsbeziehungen in diesem Sinne sind daher friedensstiftend. Stabile politische Beziehungen und gute Handelsbeziehungen bedingen sich gegenseitig

In der Präambel der Hamburger Verfassung heißt es, dass unsere Stadt "im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein" will.

Das ist ein hoher politisch-moralischer Anspruch an sich, es ist aber auch eine Notwendigkeit für eine Stadt, deren Wohlstand seit Jahrhunderten vom globalen Handel mit Gütern und Dienstleistungen, vom internationalen Austausch der Wissenschaften und von partnerschaftlichen Beziehungen mit anderen Ländern abhängt.

Wir haben deshalb ein großes Interesse an einem offenen und fairen Welthandel und an multilateralen Vereinbarungen.

Nicht die Abwesenheit von Regeln und das Recht des Stärkeren, sondern ein fairer gemeinsamer Ordnungsrahmen hilft uns, die Chancen der Globalisierung zu nutzen und ihre Risiken zu begrenzen, gute Umwelt-, Arbeitnehmer- und Verbraucherstandards zu erreichen und die kulturelle Vielfalt zu bewahren.

Es ist leider keine einfache Zeit für Verhandlungen über solche multilaterale Abkommen.

Neue protektionistische Maßnahmen einzelner Regierungen belasten derzeit die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen der Staaten untereinander.

Den Einsatz der EU-Kommission und der EU-Kommissarin Cecilia Malmström für multilaterale Abkommen, für den Abbau von Handelshemmnissen und eine funktionierende Welthandelsorganisation begrüßen wir daher in Hamburg sehr.

Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg.

Meine Damen und Herren,

in dieser angespannten Zeit ist die Verleihung des Hanse-Preises ein wichtiges Signal. Herzlichen Dank den Mitgliedern des Vereins und der Jury für Ihr Engagement und Ihre Arbeit.

Ihnen, sehr geehrte Frau Malmström, gratuliere ich im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg sehr herzlich zum Hanse-Preis 2018.

Vielen Dank.

Es gilt das gesprochene Wort.