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06.11.2018

Rede Senatsempfang 100. Todestag von Albert Ballin

Sehr geehrter Herr Behrendt,
sehr geehrter Herr Habben Jansen,
sehr geehrte Preisträger,
sehr geehrte Frau Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft Möller,
sehr geehrte Frau Doyenne,
sehr geehrte Damen und Herren,

herzlich willkommen im Hamburger Rathaus zu einem Senatsempfang zu Ehren von Albert Ballin und zur Verleihung des Albert-Ballin-Preises für globales Handeln und der Albert-Ballin-Förderpreise für Globalisierungsforschung.

Kaum eine Branche ist historisch so mit der Globalisierung im Sinne einer internationalen Verflechtung von Wirtschaft und Politik verbunden wie die Seeschifffahrt.

Der Schiffstransport von Waren und Personen über die Weltmeere war ein früher Ausdruck der Globalisierung, die mit der Geschichte von Hapag-Lloyd eng verbunden ist.

Die Liniennetze der vor über 160 Jahren gegründeten Reedereien Hapag und Norddeutscher Lloyd umspannten schon vor dem Ersten Weltkrieg den gesamten Erdball.

Keine andere Person hat die Geschichte und die Unternehmenskultur der Traditionsreederei Hapag-Lloyd mit Sitz am Ballindamm dabei so geprägt wie der Hamburger Geschäftsmann Albert Ballin, der vor hundert Jahren, am 9. November 1918, verstorben ist.

"Mein Feld ist die Welt" war das Motto von Albert Ballin, der nach dem Tod seines Vaters im Jahre 1874 bereits im Alter von 17 Jahren dessen Firma übernahm und die Auswanderung von Menschen organisierte, die Europa aufgrund von Arbeitslosigkeit, Hungersnöten und Kriegen verlassen wollten, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.

1886 übernahm die Hapag den fähigen Vermittler als Leiter der eigenen Passagier-Abteilung. Aufgrund seiner brillanten Geschäftsideen, seines Organisationstalents und seines Verhandlungsgeschicks machte er eine rasante Karriere, wurde 1888 in den Vorstand und 1899 zum Generaldirektor der Hapag berufen.

Ballin erweiterte die vorhandenen Linien und fügte neue Verbindungen hinzu.

Um 1900 stand die Hapag an der Weltspitze - zum einen mit luxuriösen und schnellen Ozeandampfern und zum anderen mit den einfacheren Schiffen, die sowohl Passagiere, Auswanderer als auch Waren transportierten.

Albert Ballin war nicht nur ein erfolgreicher Reeder, sondern auch politisch und am Gemeinwesen interessiert.

Er spendete für gemeinnützige Zwecke wie die Bekämpfung der Tuberkulose oder von Tropenkrankheiten und wollte seinen Einfluss und seine Kontakte im Kaiserreich nutzen, um die Schrecken des Ersten Weltkrieges abzuwenden.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Hapag-Lloyd ist heute eine der weltweit größten und modernsten Container-Reedereien, die den Handel und die Logistik in einer globalisierten Wirtschaft im Hamburger Hafen verankert und wesentlich zur Wertschöpfung der maritimen Wirtschaft in unserer Hansestadt beiträgt.

Im Sinne einer Verbindung von Unternehmertum und gesellschaftlicher Verantwortung hat die global operierende Hapag-Lloyd AG Ballins 100. Todestag zum Anlass genommen, das Albert-Ballin-Forum auszurichten, um sich kritisch mit historischen und aktuellen Globalisierungsprozessen auseinanderzusetzen.

Der "Albert-Ballin-Preis für globales Handeln" soll Persönlichkeiten oder Institutionen verliehen werden, deren innovatives Handeln sich als Beispiel für die Übernahme von gesellschaftlicher, kultureller und politischer Verantwortung für unsere Welt auszeichnet.

Mit dem Preis wird die weltweite Initiative für die Vernetzung und den Austausch von Menschen und Kulturen sowie das Eintreten für die Opfer der Globalisierung geehrt.

Die beiden "Albert-Ballin-Förderpreise für Globalisierungsforschung" werden an Nachwuchswissenschaftler verliehen, die in ihren Forschungen unser Verständnis für die Möglichkeiten und für die Risiken der Globalisierung beispielhaft erweitern und vertiefen.

Meine Damen und Herren,

im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg bedanke ich mich für die Stiftung der Preise und die Durchführung des Albert-Ballin-Forums und sage den Preisträgern: "Herzlichen Glückwunsch".

Vielen Dank.

Es gilt das gesprochene Wort.