arrow-leftarrow-rightclosecontrastdownloadeasy-languagefacebookinstagrammailmenueMinusPlusprintsearchsoundtarget-blanktwitteryoutube
Inhaltsbereich
19.09.2018

Rede Musikdialog

Sehr geehrter Herr Professor Clement,
sehr geehrter Herr Becker,
sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich Willkommen im Hamburger Rathaus.

Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung zum Musikdialog 2018 gefolgt sind.

Bei dem 2013 erstmals erprobten Format kann man inzwischen von einer Tradition sprechen, die ich als Bürgermeister gerne fortführe.

Hamburg ist nicht nur eine Hafen- und Kaufmannsstadt, sondern auch ein Medienstandort für den ganzen Norden mit einer starken Kultur- und Kreativszene.

Wir haben ein breites und vielseitiges Angebot an Musik zwischen Club und Klassik.

Seit Eröffnung der Elbphilharmonie hat sich die Zahl der Besucher klassischer Konzerte in Hamburg verdreifacht.

Live-Konzerte sind immer etwas Besonderes und haben eine hohe Anziehungskraft. Das erleben wir auch beim Reeperbahnfestival, das der Musikstadt Hamburg in diesen Tagen wieder einen eigenen Sound verleiht.

Hamburg bietet Musikerinnen und Musikern zahlreiche Bühnen und Auftrittsmöglichkeiten und auch ein hervorragendes Branchenumfeld.

Wir sind nicht nur eine Stadt der Musik, sondern auch der Musikwirtschaft.

„Welchen Wert hat Musik?“ fragt eine neue, auf drei Jahre angelegte Studie zur Zukunft der Musiknutzung der Universität Hamburg.

Es handelt sich um ein Forschungsprojekt, das von der Musikwirtschaft, den Verbänden, der Initiative Musik und der Stadt Hamburg gemeinsam getragen wird.

Erste Ergebnisse der Studie werden gleich vorgestellt, aber einen Punkt möchte ich schon jetzt herausgreifen:

Wenn nur noch jeder Fünfte Musik über eine klassische Stereoanlage hört und mehr als 50 Prozent der Hörer mittlerweile Streamingdienste nutzen, dann müssen auch die Strukturen der Vergütung kreativer Arbeit an diese neue Mediennutzung angepasst werden.

Wir brauchen eine faire Beteiligung der Künstler und Kreativen an den Erträgen, die zunehmend über das Internet generiert werden.

Das Grundprinzip des Urheberrechts gilt auch im Netz. Wer dort größere Mengen künstlerischer Inhalte anbietet, muss die Rechteinhaber angemessen vergüten.

Deshalb hat das Europäische Parlament vor einigen Tagen die Aufnahme von Trilog-Verhandlungen mit Kommission und Rat zum Urheberrecht beschlossen.

Auch wenn wir noch nicht wissen, zu welchem Ergebnis das Verfahren führt, klar ist:

Ein modernes Urheberrecht muss faire Vergütungen kreativer Arbeit ermöglichen.

Meine Damen und Herren,
einen besonderen Gruß möchte ich an die Veranstalter des Reeperbahnfestivals und an unsere französischen Gäste richten.

Frankreich ist in diesem Jahr Partnerland des Festivals.

Als Beauftragter der Bundesregierung für die deutsch- französischen kulturellen Beziehungen ist mir der Austausch mit unserem Nachbarn und strategischem Partner im Prozess der Europäischen Einigung ein besonderes Anliegen.

In der Musikbranche spielen Kreativität und Technik besonders eng zusammen. Es ist gut, wenn daraus für alle Seiten tragfähige Geschäftsmodelle entstehen.

Wie dies konkret gelingen kann, auch darum soll es heute gehen.

Ich wünsche uns anregende Diskussionen und viele neue Impulsen beim heutigen Musikdialog 2018.

Herzlichen Dank.

Es gilt das gesprochene Wort.