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04.06.2018

Rede Konferenz der Kultusminister und Recteurs

Sehr geehrter Herr Minister,
Sehr geehrte Frau Botschafterin,
Sehr geehrte Frau Christophidou,
Sehr geehrter Herr Holter,
sehr geehrte Ministerinnen und Minister,
Messieurs les recteurs, Mesdames les rectrices,
meine sehr geehrten Damen und Herren,

Willkommen in Hamburg zur 7. Konferenz der Kultusministerinnen und Kultusminister der deutschen Länder und der Recteurs und Rectrices d’Académie aus Frankreich.

Es freut mich, dass Sie trotz der technischen Probleme gestern am Hamburger Flughafen den Weg in unsere Stadt gefunden haben.

Vor hundert Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wendeten sich die Deutschen endgültig von der Monarchie ab und schlugen den Weg der parlamentarischen Demokratie ein.

Bei der demokratischen Revolution in Deutschland in den Jahren 1918/1919 ging es nicht um demokratische Freiheit und um Rechte der Arbeiter, schon damals stritten die Menschen auch für einen leichteren Zugang zu Bildung als Voraussetzung für sozialen Aufstieg und ein besseres Leben.

Und dieser Zusammenhang zwischen Bildung, sozialer Gerechtigkeit und Demokratie besteht auch heute noch.

Wer Europa und die freiheitliche Demokratie stärken will, muss den Jugendlichen in Europa umfassende und gleiche Bildungschancen geben, damit sie die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam bewältigen können.

Frankreich und Deutschland sind das Zentrum der europäischen Einigung. Die Verständigung und Freundschaft unserer Länder sind seit dem zweiten Weltkrieg über viele Jahrzehnte gewachsen und gefestigt.

Es ist wichtig für Europa, dass Frankreich und Deutschland weiter gemeinsam vorangehen. Wir müssen konkrete Vorbilder sein, wie die Europäische Union die Herausforderungen der Zukunft kompetent und entschlossen angehen kann.

Dabei ist Bildung ein Motor für die Integration von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur.

Zu einer umfassenden Bildung gehört auch die Fähigkeit, sich souverän in Europa und auf dem europäischen Arbeitsmarkt bewegen und seine Chancen überall nutzen zu können.

Die jugendliche Begeisterung für ein anderes Land, für die Sprache, die Landschaft, die Lebensart und besonderen Gepflogenheiten hält oft ein Leben lang.

In diesem Jahr richten wir unser Augenmerk besonders auf Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Ausbildung machen.

Wir wollen, dass Auszubildende genauso selbstverständlich wie Studierende Erfahrungen in einem anderen EU-Land sammeln können.

Berufsabschlüsse müssen genauso stark gefördert werden wie ein Studium.

Auch Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf und erschwerten Lernbedingungen brauchen mehr Unterstützung.

Interkulturelle Erfahrungen sind für alle Jugendlichen bereichernd und eine wichtige Erfahrung für das Verständnis von Europa.

Wir wollen durch gute Bildung die Grundlage dafür schaffen, dass die europäische Jugend die Digitalisierung und den Wandel der Arbeitswelt bewältigt und als Chancen begreift und dass sie ein gemeinsames Verständnis für ein demokratisches und gerechtes Europa entwickelt,

damit die Errungenschaften der französischen Revolution, die Freiheitsrechte, der Gleichheitsgrundsatz und das Demokratieprinzip, in Frankreich, in Deutschland und in ganz Europa wirken können.

Ich wünsche uns eine gute Tagung mit interessanten Beratungen und Begegnungen der Kultur- und Bildungspolitiker aus Deutschland und Frankreich.

Und ich hoffe, dass Sie auch die Gelegenheit haben, die Freie und Hansestadt Hamburg kennenzulernen!

Herzlichen Dank.

Es gilt das gesprochene Wort.