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27.03.2019

Rede Jahresempfang der Konsulargruppe Ibero-Lateinamerika und Karibik

Sehr geehrter Herr Generalkonsul Heredia,
sehr geehrter Herr Curschmann,
sehr geehrte Gastgeber,
sehr geehrte Frau Doyenne,
sehr geehrte Leiter der konsularischen Vertretungen und internationalen Organisationen,
sehr geehrten Damen und Herren,

vielen Dank für die Einladung zum Jahresempfang der Konsulate der lateinamerikanischen und karibische Länder sowie Spaniens und Portugals und vor allem auch herzlichen Dank für haupt- und ehrenamtliche Arbeit, die uns vielfältige Kontakte zwischen Hamburg und Ihren Ländern ermöglicht.

Die Handelsbeziehungen zwischen Hamburg und Lateinamerika bestehen seit dem 17. Jahrhundert.

Der rege Handel über den Hafen hat dazu geführt, dass unsere Stadt 1826 weltweit als Erste die neuen lateinamerikanischen Staaten offiziell anerkannt hat.

Heute sind unsere wirtschaftlichen Beziehung stärker als je zuvor: In den letzten zehn Jahren hat sich der Güterumschlag mit Lateinamerika mehr als verdoppelt.

Hamburg ist also nicht nur das Tor zur Welt, sondern auch das Tor Lateinamerikas nach Europa.

Der Import von Bananen aus Ecuador und Costa Rica oder von Kaffee aus Brasilien und Kolumbien ist in den vergangenen Jahren ergänzt worden durch viele Aktivitäten Hamburger Firmen in zukunftsträchtigen Branchen wie den Erneuerbaren Energien.

Lateinamerikanische Länder bringen Zukunftstechnologien wie die Wind- und Solarenergie voran - auch um ihre Abhängigkeit von Rohstoffexporten zu verringern.

Daraus ergeben sich für uns neue Möglichkeiten der Kooperation, denn auch Hamburg ist ein Kompetenzzentrum für Klimaschutz und regenerative Energien.

Meine Damen und Herren,

viele Staaten Lateinamerikas und der Karibik haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein beachtliches Wirtschafts-wachstum erfahren.

Es ist eine jahrhundertealte Erfahrung der Freien und Hanse-stadt Hamburg, dass freier Handel die Wirtschaftskraft und den Wohlstand in den beteiligten Ländern voranbringt.

Hamburg tritt daher entschieden für einen freien internationalen Handel ein, der nach den Grundsätzen eines Ehrbaren Kaufmanns auf Augenhöhe, Gleichberechtigung und fairen Bedingungen beruht.

Wir unterstützen daher ausdrücklich die Bemühungen der Europäischen Union um multi- oder bilaterale Handels-abkommen mit Lateinamerika und anderen Ländern.

Ich hoffe daher, dass die Verhandlungen über die Freihandels-abkommen mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur sowie mit Mexiko und Chile bald zu einem guten Abschluss kommen.

Hamburg ist nicht nur die Drehscheibe für weltweite Waren-ströme in Deutschland, sondern auch ein ambitionierter Wissenschaftsstandort. Internationaler Handel und Zusammen-arbeit in der Wissenschaft ergänzen sich bestens.

Wir haben bereits eine Vielzahl an wissenschaftlichen Kooperationen zwischen Hamburg und Lateinamerika.

  • Die Universität Hamburg hat Partnerschaften geschlossen mit Universitäten in Santiago de Chile, Sao Paulo und Campinas.
  • Unsere Technische Universität kooperiert in der Forschung mit Instituten in Buenos Aires, Sao Paulo und Costa Rica.
  • Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin hat eine langjährige Partnerschaft mit der Oswaldo Cruz Foundation in Rio de Janeiro.
  • Um Forschung zum Klimawandel geht es in dem Netzwerk, zu dem sich die Hochschule für Angewandte Wissen-schaften und Partner in Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Guatemala, Mexiko, Nicaragua, Uruguay und Venezuela zusammengeschlossen haben.

Wir wollen nicht nur die wirtschaftlichen Beziehungen, sondern auch unsere wissenschaftlichen Kooperationen mit Latein-amerika und Karibik weiter ausbauen.

Dazu gibt es in unserer Stadt ein gutes Netzwerk für neue Ideen und Projekte.

Mit dem German Institute for Global and Area Studies (GIGA), dem Institut für Lateinamerika-Studien und dem Lateinamerika-Referat am Max-Planck-Institut für ausländisches und inter-nationales Privatrecht verfügen wir in Hamburg über eine große Expertise und viel Erfahrung in den unterschiedlichen Themen der internationalen Beziehungen.

Auch die EU-Lateinamerika-Karibik-Stiftung (EU-LAC) hat in Hamburg ihren Sitz. Sie verfolgt das Ziel, die wirtschaftliche, kulturelle, politische und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union, Lateinamerika und Karibik zu vertiefen.

Im Mai soll die EU-LAC-Stiftung als internationale Organisation anerkannt werden - das ist eine große Bestätigung für ihre wichtige und gute Arbeit.

Der Lateinamerika-Verein erleichtert unseren Unternehmen den Zugang zu den lateinamerikanischen Märkten.

Er organisiert mit dem Lateinamerika-Tag in Hamburg, das größte deutsch-lateinamerikanische Wirtschaftstreffen in Deutschland, zu dem ich im letzten Jahr den Präsidenten der Republik Chile, Sebastián Pinera, als Gast im Rathaus begrüßen konnte.

Für die Hamburgerinnen und Hamburger ist der Lateinamerika-Herbst immer eine großartige Gelegenheit, neue Seiten von Latein-amerika und der Karibik zu entdecken.

Da unsere Städtepartnerschaft mit León in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum feiert, wird diesmal die Kultur Nicaraguas einen Schwerpunkt bilden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

sehr geehrte Vertreter der Konsulargruppe Ibero-Lateinamerika und Karibik,

im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg danke ich Ihnen und der EU-LAC-Stiftung sehr herzlich für Ihre Arbeit und wünsche uns allen weiterhin alles Gute für die gemeinsame Zukunft

Vielen Dank.

Es gilt das gesprochene Wort.