arrow-leftarrow-rightclosecontrastdownloadeasy-languagefacebookinstagrammailmenueMinusPlusprintsearchsoundtarget-blanktwitteryoutube
Inhaltsbereich
29.03.2018

Interview mit "Bild" "In einer Koalition sollte man nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten"

"Bild": Herr Bürgermeister, seit gestern sind Sie im Amt. Ist das eigentlich ein Job, von dem Sie immer geträumt haben?

Peter Tschentscher: Also im Sinne von "Ich wollte immer Rennfahrer werden", nein. Aber im Sinne von "das kann ich mir vorstellen", ja. Ich bin gut vorbereitet und freue mich, Hamburg in diesem Amt mitgestalten zu können.

"Bild": Die Grünen können vor Kraft kaum laufen, seitdem König Olaf nicht mehr da ist. Wie bremsen Sie die denn ein?

Peter Tschentscher: In einer Koalition sollte man nicht gegeneinander, sondern miteinander arbeiten. Das sehen die Grünen genauso.

"Bild": Grüne Senatoren glänzen aber regelmäßig mit Querschüssen von weniger Wohnungsbau bis Hasch-Freigabe ... Wie halten Sie die am kurzen Zügel?

Peter Tschentscher: Aus unseren Gesprächen habe ich einen anderen Eindruck. Wir werden kritische Themen besprechen und das tun, was für die Stadt das Beste ist. Und auch in Zukunft gilt: Der Erste Bürgermeister hat die Richtlinienkompetenz.

"Bild": Wie sieht der Tschentscher-Plan für Hamburg aus?

Peter Tschentscher: Alle sollen an der wirtschaftlichen Stärke und hohen Lebensqualität Hamburgs teilhaben. Auch mit einer kleineren Rente muss man in Hamburg gut leben können. Niemand darf durch zu hohe Mieten verdrängt werden. Und: Wir werden beim Mindestlohn bei den öffentlichen Unternehmen mit gutem Beispiel vorangehen und ihn schrittweise erhöhen. Das Ziel ist ein Mindestlohn von 12 Euro pro Stunde.

"Bild": Ihnen fehlt mit Andreas Dressel ein starker Fraktionschef. Die potentiellen Nachfolger haben längst nicht das Format. Eine Schwachstelle ...

Peter Tschentscher: Das sehe ich nicht so. Es gibt gute Kandidaten – also wird es auch eine gute Lösung geben.

"Bild": Die Hamburger sollten Sie besser kennenlernen. Deshalb haben wir noch eine Reihe persönlicher Fragen.

"Bild": Ihr Lieblingsmensch?

Peter Tschentscher: Meine Frau und mein Sohn.

"Bild": Lieblingsessen?

Peter Tschentscher: Pommes mit Mayo.

"Bild": Lieblingsbuch?

Peter Tschentscher: Die Gesamtausgabe von Wilhelm Busch.

"Bild": Lieblingstier?

Peter Tschentscher: Ein Dalmatiner.

"Bild": Lieblingslied?

Peter Tschentscher: Ganz aktuell Udo Lindenberg, "Stärker als die Zeit".

"Bild": Wer müsste mit auf die einsame Insel?

Peter Tschentscher: Meine Familie.

"Bild": Wen würden Sie gern auf eine einsame Insel fliegen lassen?

Peter Tschentscher: Politiker, die nicht zur Sache reden.

"Bild": Welchen Star würden Sie gerne mal kennenlernen?

Peter Tschentscher: Heinz Rudolf Kunze. Seine Musik höre ich schon seit 30 Jahren, ich habe alle CDs.

"Bild": Politisches Vorbild?

Peter Tschentscher: Helmut Schmidt – aber ohne Zigarette. Vielleicht auch Rudolf Virchow, den bekannten Pathologen und Politiker aus Berlin.

"Bild": Was war Ihr schönstes Erlebnis?

Peter Tschentscher: Die Geburt unseres Sohnes.

"Bild": Was war ihr schlimmstes Erlebnis?

Peter Tschentscher: Der Tod meiner Mutter.

"Bild": Wovor haben Sie die größte Angst?

Peter Tschentscher: Eigentlich bin ich nicht ängstlich, vor allem nicht in der Politik. Aber vielleicht: In meinem persönlichen Umfeld von schweren Erkrankungen betroffen zu sein.

"Bild": Was können Sie gar nicht leiden?

Peter Tschentscher: Unhöflichkeit.

"Bild": Haben Sie einen Spitznamen?

Peter Tschentscher: Keiner, von dem ich wüsste.

"Bild": Worauf können Sie nie verzichten?

Peter Tschentscher: Mein Smartphone, weil ich darüber auch gerne Musik höre.

"Bild": Wer war ihr Teenieschwarm?

Peter Tschentscher: Daran kann ich mich nicht erinnern.

"Bild": Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Peter Tschentscher: Am liebsten hier im Rathaus. Oder in einer Lage, in der ich sagen kann "Gut, dass ich Bürgermeister war, das ist gelungen".

"Bild": Wo würden Sie gern mal Urlaub machen?

Peter Tschentscher: In den USA, eine Reise von der Ost- an die Westküste. Dafür braucht man aber ein paar Wochen Zeit.

Das Interview führten Markus Arndt und Michaela Klauer.