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25.01.2019

Rede Fusion Immanuel Albertinen Diakonie

Sehr geehrter Herr Dr. Radtke,
sehr geehrter Herr Ross,
sehr geehrter Herr Scheller,
sehr geehrter Herr Schmidt,
sehr geehrte Vertreter der Kirchen und der Diakonie,
sehr geehrter Herr Staatsminister Annen,
sehr geehrte Frau Vizepräsidentin Schneider,
sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für die Einladung zu diesem Festakt und die lebhafte musikalische Untermalung durch den großartigen Albertinen-Gospelchor.

Ich gratuliere der Immanuel Albertinen Diakonie sehr herzlich zum Zusammenschluss von zwei Unternehmen, die schon bisher gut gearbeitet haben, zusammen aber noch stärker und zukunftsfähiger sind.

Mit der Fusion erweitert sich das medizinische Angebot, das von der Geburts- und der Altersmedizin bis zu Schwerpunkten in der Rheumatologie, Orthopädie und anderen Fachgebieten reicht.

Die bereits vorhandenen Stärken in der Spitzenmedizin werden durch die Zusammenlegung ausgebaut. Mit den beiden Herz- und Gefäßzentren in Hamburg und Bernau kommt die Diakonie auf Augenhöhe mit anderen großen Herzzentren in Deutschland.

Der neue Konzern ist über die klassische Behandlung in Krankenhäusern und medizinische Versorgungszentren hinaus mit Pflege- und Hospizdiensten tätig, in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Suchtkrankenhilfe und bei der Betreuung von Menschen mit Behinderung.

Mit der Fusion haben sich zwei sozial- und gesundheitswirtschaftlich ambitionierte Partner zusammengeschlossen, die zueinander passen und von gemeinsamen christlichen Werten geleitet werden.

"Diakonie und Ökonomie sind kein Widerspruch, sondern müssen sich ergänzen". Diesen Satz habe ich in Erinnerung von Pastor Baumbach, dem früheren langjährigen Vorstandsvorsitzenden eines anderen großen Hamburger diakonischen Dienstleistungsunternehmens in Hamburg - der Evangelischen Stiftung Alsterdorf.

Die Fusion der Immanuel Albertinen Diakonie trägt dazu bei, dass sich die freikirchlich-diakonischen Einrichtungen im Wettbewerb der Gesundheits- und Pflegedienstleister besser behaupten können.

Mit mehr als 6.500 Beschäftigten in sieben Bundesländern erreicht die neue Diakonie eine beachtliche Größe und neue Wachstumsmöglichkeiten.

Denn es führt kein Weg daran vorbei, dass die Unternehmensgröße in der Gesundheitsbranche zunehmend eine Rolle spielt. Der medizinische Fortschritt und der demografische Wandel stellen die Branche vor große Herausforderungen. Sie sind nur mit Ambition und betriebswirtschaftlicher Effizienz zu bestehen.

Das Streben nach Größe und Wirtschaftlichkeit ist in Gesundheit und Pflege aber kein Selbstzweck. Sie muss den Patienten und Beschäftigten zugutekommen.

Denn Krankenhäuser sind betriebliche Einheiten mit einem besonderen Auftrag. Ärzte und Pflegekräfte sind keine Kaufleute und Gesundheit ist keine Ware.

Die Immanuel Albertinen Diakonie legt Wert auf ein gutes Miteinander, auf ganzheitliche Medizin und Pflege. Darin liegt eine Stärke, besonders wenn fachlich hochqualifizierte Medizin und gute Unternehmensführung hinzukommen.

Wir müssen unser Gesundheitswesen insgesamt so organisieren, dass Ökonomie und Patientenwohl nicht in Konflikt zueinander geraten.

Der Rahmen ist betriebswirtschaftlich, im Mittelpunkt steht aber immer der Mensch.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Hamburg ist eine traditionsreiche Hafen- und Handelsstadt. Wir sind heute zugleich aber auch eine ambitionierte Wissenschaftsmetropole und ein bedeutender Gesundheitsstandort.

In Hamburg macht die wachsende Gesundheitswirtschaft mit 10 Mrd. Euro bereits zehn Prozent der gesamten Wertschöpfung aus.

Etwa jeder siebte Hamburger arbeitet im Gesundheitswesen - das sind mehr als in der maritimen Wirtschaft. Der größte und drittgrößte Arbeitgeber der Stadt sind Krankenhausbetriebe, Asklepios und das Universitätsklinikum Eppendorf - dazwischen hat es nur der Flugzeugbauer Airbus auf Platz 2 geschafft.

Der Senat investiert viel in die gesundheitliche und pflegerische Versorgung. Mit unseren Krankenhausinvestitionen liegen wir bundesweit in der Spitzengruppe.

Mit dem jetzt beschlossenen Haushalt erhöhen wir die Mittel für Krankenhausinvestitionen um weitere 30 Prozent und investieren damit über120 Mio. Euro pro Jahr in den Bau, die Sanierung und Modernisierung unsere Krankenhäuser.

Hamburg hat ein hervorragendes Gesundheitsangebot mit etwa 60 Kliniken, rund 13.000 Ärztinnen und Ärzten und einem Vielfachen davon in der Pflege und anderen medizinischen Berufen.

Die Diakonie in Deutschland, die vor gut hundertsiebzig Jahren durch den Hamburger Johann Hinrich Wichern gegründet wurde, und die anderen konfessionellen Anbieter sind ein wichtiger Teil dieses Gesundheitsangebots.

Sie versorgen jeden vierten Krankenhauspatienten.

In der vollstationären Geriatrie haben die konfessionellen Krankenhäuser einen Anteil von über 50 Prozent, in der teilstationären Geriatrie sogar von über 70 Prozent.

Das Albertinen- und das Amalie-Sieveking-Krankenhaus haben an der vollstationären Behandlung in Hamburg einen Anteil von zusammen etwa 9 Prozent, in der vollstationären Geriatrie von über 15 Prozent.

Das Albertinen-Krankenhaus gehört mit über 3.000 Geburten im vergangenen Jahr zu den fünf größten Geburtskliniken Hamburgs.

Aber es geht nicht nur um Zahlen, sondern auch um Qualität.

Die Einrichtungen der Albertinen-Diakonie genießen in Hamburg einen ausgezeichneten Ruf und sind ein verlässlicher Partner bei Projekten wie zum Beispiel dem neuen Hamburger Hausbesuch von Senioren, mit dem wir das eigenständige Leben im Alter zu verbessern wollen.

Dafür sage ich im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg: Herzlichen Dank.

Die Immanuel Albertinen Diakonie kümmert sich in besonderem Maße um ein gutes Miteinander im Unternehmen und um gute Beziehungen zu den Patienten und Partnern.

Damit setzen Sie in Hamburg und ganz Deutschland Maßstäbe.

Ich wünsche der Immanuel Albertinen Diakonie und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles Gute für die Zukunft.

Vielen Dank.

Es gilt das gesprochene Wort.